Greator Festival

Greator Festival 2026: Warum die größte Erkenntnis nicht auf der Bühne auf mich wartete

 

Als ich mich auf den Weg zum Greator Festival machte, freute ich mich auf inspirierende Vorträge, spannende Begegnungen und zwei Tage voller Selbstentwicklung.

Rückblickend kann ich sagen: Genau das habe ich bekommen – und gleichzeitig etwas völlig anderes.

Denn die wertvollsten Erkenntnisse warteten für mich nicht auf einer Bühne. Sie entstanden in den stillen Momenten dazwischen. In Begegnungen. In meinen Gefühlen. In meinem Körper.

Und vor allem in der Begegnung mit mir selbst.

Wenn Selbstentwicklung plötzlich ganz leise wird

Ich beschäftige mich inzwischen seit einigen Jahren intensiv mit den Themen Coaching, Psychologie, Nervensystem und persönlicher Entwicklung. Viele Inhalte der Vorträge waren mir deshalb bereits vertraut. Das hat mich zunächst überrascht.

Nicht, weil die Vorträge schlecht gewesen wären – ganz im Gegenteil. Sie waren professionell, inspirierend und voller Energie.

Mir wurde jedoch bewusst, dass Selbstentwicklung irgendwann einen Punkt erreicht, an dem es nicht mehr hauptsächlich um neues Wissen geht. Es geht darum, Bekanntes zu leben. Es zu verkörpern. Es im eigenen Alltag wiederzufinden.

Und genau das begann für mich auf diesem Festival.

Die größten Lehrmeister: Traurigkeit, Hitze und Selbstfürsorge

Schon bei meiner Anreise begleitete mich eine tiefe Traurigkeit. Kurz zuvor hatte ich meine Coaching-Prüfung abgeschlossen, intensive Wochen hinter mir, einen Streit mit meinem Mann erlebt und dazu kamen fast 40 Grad Außentemperatur. Am Abend im Hotel war plötzlich alles still – und die Tränen durften einfach fließen.

Früher hätte ich diese Gefühle wahrscheinlich weggedrückt oder bewertet.

Diesmal durfte ich einfach ankommen.

Auch mein Körper hat mir an diesen Tagen viel beigebracht. Trotz der enormen Hitze und dem Beginn meiner Menstruation meldete er sich rechtzeitig, wenn er Wasser, Schatten, Kühlung oder eine Pause brauchte. Ich musste nicht gegen ihn kämpfen. Ich durfte ihm zuhören.

Besonders eindrücklich war für mich ein Shaolin-Workshop – eine Art Qi Gong mitten in der Sonne. Nicht, weil die Übungen für mich neu gewesen wären. Im Gegenteil. Ich kannte vieles bereits und entschied mich ganz bewusst dafür, gerade dort mitzumachen. Ich wollte ausprobieren, was passiert, wenn ich mich trotz der Hitze ganz auf meinen Atem und den gegenwärtigen Moment einlasse. Und tatsächlich wurde die Wärme für diesen Augenblick nebensächlich. Nicht, weil sie verschwunden war, sondern weil meine Aufmerksamkeit ganz im Hier und Jetzt lag.

Fast sinnbildlich dazu gab es auf dem Festivalgelände kleine Rasensprenger, durch die man zur Abkühlung laufen konnte. Zweimal gönnte ich mir diese kleine „Regendusche“ – und plötzlich war da nicht nur Erleichterung, sondern auch eine Erinnerung. Als Kind hatte ich diese Rasensprenger in Vorgärten immer faszinierend gefunden und am liebsten wäre ich hindurchgelaufen. Diesmal habe ich es einfach getan. Für einen kurzen Moment war ich nicht die Erwachsene auf einem Persönlichkeitsfestival, sondern einfach ein Mensch, der sich über kühle Wassertropfen freut. Auch das ist für mich Selbstfürsorge. Und vielleicht sogar ein kleines Stück Lebendigkeit.

Begegnungen, die mehr in mir auslösten als jeder Vortrag

Natürlich waren auch die Begegnungen etwas Besonderes.

Menschen, die ich bisher nur aus Podcasts, Interviews oder Online-Kursen kannte, plötzlich persönlich zu erleben, war eine schöne Erfahrung.

Eine Begegnung hat mich dabei besonders berührt.

Julia begleitet mich mit ihrer Arbeit schon seit längerer Zeit. Durch ihre Inhalte über Weiblichkeit und Frausein durfte ich bereits vieles für mich mitnehmen. Sie nun persönlich kennenzulernen, war ein sehr besonderer Moment.

Interessant war allerdings nicht nur die Begegnung selbst.

Sie machte in mir ein altes Muster sichtbar.

Ich bemerkte, wie schnell Gedanken auftauchten wie:

„Störe ich gerade?“

„Dränge ich mich auf?“

„Hätte ich etwas anderes sagen sollen?“

Im Nachhinein wurde mir bewusst, dass dieses Muster mich schon viele Jahre begleitet. Früher zeigte es sich bei Sportveranstaltungen. Heute zeigte es sich auf einem Festival.

Und genau deshalb war diese Begegnung für mich so wertvoll.

Nicht, weil etwas schiefgelaufen wäre.

Sondern weil ich mich selbst ein weiteres Stück besser kennenlernen durfte.

Zwischen Entertainment und echter Integration

Ein weiterer Gedanke hat mich während des Festivals immer wieder begleitet.

Viele Menschen besuchen Veranstaltungen wie diese auf der Suche nach der nächsten großen Erkenntnis.

Ich glaube inzwischen, dass die eigentliche Veränderung oft gar nicht auf der Bühne passiert.

Sie beginnt dann, wenn wir nach Hause fahren.

Wenn wir beobachten, welche Sätze nachhallen.

Welche Begegnungen uns berühren.

Welche Situationen uns triggern.

Und welche Gefühle wir nicht mehr wegschieben.

Für mich war das Greator Festival deshalb weniger ein Wochenende voller neuer Inhalte als vielmehr ein Spiegel meiner eigenen Entwicklung.

Was ich wirklich mit nach Hause genommen habe

Ich nehme keine spektakuläre Methode mit.

Kein Geheimrezept.

Kein neues Coaching-Tool.

Ich nehme etwas viel Wertvolleres mit.

Das Vertrauen, dass mein Körper für mich arbeitet.

Die Erfahrung, dass meine Intuition mich zuverlässig führt.

Die Erkenntnis, dass Gefühle gehalten werden können, ohne sie sofort verändern zu müssen.

Und das Bewusstsein, dass Selbstentwicklung nicht bedeutet, irgendwann „fertig“ zu sein.

Sondern bereit zu sein, sich immer wieder ehrlich zu begegnen.

Vielleicht war genau das meine größte Erkenntnis dieser beiden Tage.

Nicht die Menschen auf den Bühnen haben mich am meisten verändert.

Sondern der Mensch, dem ich zwischen den Vorträgen immer wieder begegnet bin.

Mir selbst.

Reflexionsfragen für dich ❤️

Vielleicht magst du dir nach dem Lesen selbst ein paar Fragen stellen:

  • Wo suchst du gerade nach Antworten, obwohl die eigentliche Erkenntnis vielleicht bereits in dir wartet?
  • Welche Gefühle versuchst du noch zu vermeiden, obwohl sie dir etwas zeigen möchten?
  • Wann hast du deinem Körper zuletzt wirklich zugehört?
  • Und was würde sich verändern, wenn du dir erlaubst, genauso viel Raum einzunehmen, wie du gerade brauchst?

Ich wünsche dir von Herzen den Mut, dir selbst immer wieder neu zu begegnen.

Denn manchmal finden wir genau dort das, wonach wir im Außen so lange gesucht haben.

Mehr Fotos von mir auf dem Greator Festival findest du übrigens auf meinem Instagram und Facebook Profil.

Beitrag / Bild © Nina Groß (HerzFacetten) 

 

zurück zum Themenblog | zu den einzelnen Bereichen: ⇒DunkelLichtDazwischenDarüber hinaus

Nach oben scrollen